nachdenkliches

Wir sprechen von Ihnen als von den "Ganz schwachen
Kindern", aber in Wirklichkeit sind sie die ganz
starken Kinder

Sie (die Kinder) hocken in einem Rollstuhl. Ihr
Oberkörper wird durch steife Plastikgurte, die sich
über Brust und Schulter ziehen, an die Rückenlehne des
Rollstuhls gepreßt; er würde sonst nach vorne sacken.
Zwischen ihren Oberschenkeln liegen ebensolche
hartkantigen Gurte und halten ihre Becken.
Die Füße sind mit Lederriemen auf dem Fußbrett
festgeschnallt. Eine Fesselung ist das nicht. Sie
können sich ohnehin nicht bewegen.
Ihr Kopf wird durch ein Tuch an die Kopfstütze
gebunden; wird das vergessen, knickt er zur Seite oder
sinkt tief auf die Brust, der Blick geht starr zu
Boden.
Dann müssen sie warten, bis einer etwas merkt und
ihren Kopf aufrichtet und festbindet.
Sie können nicht sagen: "Mir ist heiss, weil das
Plastikmaterial des Rollstuhls mich zum Schwitzen
bringt". Sie müssen warten, bis einer ihr nasses
Gesicht bemerkt.

Sie können nicht sagen: "Mir ist kalt, meine
festgebundenen Füße sind eingeschlafen". Sie
müssen warten, bis jemand sieht, dass sie zittern.

Sie können nicht sagen: "Mir ist schlecht".
Sie müssen warten, bis einer ihre Blässe sieht oder sie
erbrochen haben.

Manchmal haben sie Leibschmerzen von den vielen
Abführmitteln, die Windeln sind nass und voll Kot, das
brennt. Sie müssen warten, bis einer es riecht und sie
säubert.

Der Speichel, der unaufhörlich über den Hals in den
Pullover rinnt, kitzelt unangenehm. Sie müssen warten,
bis einer sie abwischt, immer wieder und hoffen, daß er
ein weiches Tuch nimmt, denn ihr Kinn ist wund.

Die Gurte schneiden ein und machen taube Glieder. Sie
müssen warten, bis einer ihre Tränen sieht und warten,
daß er herausfindet, warum sie weinen.

Sie können kein Wort, keinen Laut hervorbringen und
ihre Hand nicht zeigen und den Vorbeigehenden nicht
festhalten. Sie können vielleicht die Hand nicht einmal
öffnen, geschweige denn, den Arm ausstrecken.

Vielleicht können sie die Menschen in ihrer Umgebung
anschauen und sie mit den Augen rufen, aber sie können
nicht sicher sein, dass diese Menschen die Fähigkeit
besitzen, in ihren Augen zu lesen.

Wir sprechen von den "ganz schwachen
Kindern", aber in Wirklichkeit sind sie die GANZ
STARKEN KINDER!

Sie müssen immer warten, daß der andere auf sie zugeht.
Warten, dass andere ihre einfachsten Bedürfnisse
befriedigen - von ihren Wünschen und deren Erfüllung
wird wohl selten die Rede sein.

MAN MUSS STARK SEIN, UM SOLCH EIN LEBEN ZU LEBEN.

 

 

 

 

Wenn man ein Baby bekommt, ist es so als ob
man sich auf eine fantastische Reise begibt
--- nach Italien. Man kauft eine Menge an
Touristenführern und macht wundervolle Pläne.
Das Kolosseum. Den Michaelangelo, David, Die
Gondeln in Venedig. Man lernt bestimmt auch
ein paar Wörter auf Italienisch. Kurz es ist
eine sehr schöne Zeit.

Nach einigen Monaten der schönen Vorbereitung
ist endlich der große Tag da !!! Du packst
deine Koffer !!! Einige Stunden später, das
Flugzeug landet. Die Stewardess kommt und
sagt "Willkommen in Holland".

"Holland?" sagst du. "Was
meinen Sie? Ich habe doch einen Urlaub nach
Italien gebucht!!! Ich soll doch in Italien
sein. Mein ganzes Leben habe ich davon
geträumt nach Italien zu fliegen."

Aber da war eine Flugplanänderung. Der
Flieger ist in Holland gelandet und du musst
da bleiben.

Das wichtigste ist, dass du nicht in einem
dreckigen, seuchenverpesteten Land gelandet
bist. Es ist nur anders !!

Also, jetzt fängst du wieder an und kaufst
neue Touristenführer. Du musst jetzt eine
völlig neue Sprache lernen. Und du wirst eine
total neue Gruppe von Menschen treffen, die
du vielleicht niemals kennengelernt hättest,
wenn die Dinge anders wären.

Es ist nur ein anderer Ort. Es ist langsamer
als Italien, vielleicht nicht so viel
Glamour. Aber wenn du eine Zeit lang dort
bist, merkst du schnell, dass es auch seine
Vorteile hat. Du fängst an um dich zu
schauen: Holland hat wunderschöne Windmühlen,
Holland hat Tulpen. Holland hat sogar
Rembrandt.

Aber jeder, den du kennst, ist zu
beschäftigt, die Schönheit Hollands zu
erkennen, denn alle sind auf dem Weg nach
Italien. Alle erzählen wie toll es doch in
Italien ist und was für eine tolle Zeit der
Urlaub doch war. Und --- für den Rest deines
Lebens wirst du dir sagen, "Ja, das ist
der Urlaub den ich geplant hatte ! (Italien)
Da wollte ich auch hin!!"

Und das Gefühl verletzt zu sein, einen Traum
verloren zu haben wird nie verschwinden. Denn
ein großer Traum ist nicht wahr geworden, ein
großer Verlust!!!

Aber wenn du immer und immer wieder den
Verlust deines Italien Urlaubs beweinst,
wirst du niemals die Schönheit Hollands und
dessen spezielle Sehenswürdigkeiten sehen,
kennen und lieben lernen. Denn Holland ist
genauso wie Italien eine Erfahrung für sich
und den Betrachter.

 

 

 

 

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